Indianische Communities

New Mexicos Kultur und Tradition sind unzertrennlich mit der nativen Bevölkerung verbunden und von ihr geprägt. 23 indianische Stämme sind hier zu Hause – 19 Pueblos, drei Apachen-Stämme und die riesige Navajo Nation, die sich als größtes Reservat im Nordwesten von New Mexico sowie über Teile Arizonas, Colorados und Utahs erstreckt.

Jeder dieser Stämme ist eine einzigartige, eigenständige und unabhängige Nation mit einer eigenen Verwaltung, Kultur und individuellen Traditionen.

Acoma Pueblo (Sky City)

Eines der bekanntesten und am meisten besuchten Pueblos ist Acoma, dessen touristisch bedeutender Hauptort aufgrund seiner Lage hoch oben auf dem Plateau eines Tafelbergs als Sky City bezeichnet wird. Neben Sky City gehören die Orte Acomita, Anzac und McCartys zum Reservat. Von den 5.000 Acoma leben jedoch nur rund 50 ganzjährig in den Lehmhäusern von Sky City. Eine der Attraktionen ist die Mission San Estévan del Rey, die im Jahr 1640 erbaut wurde. Die Stadt ist seit 2.000 Jahren durchgängig bewohnt, was sie gemeinsam mit den Pueblos Taos und Hopi zu den am längsten durchgängig bewohnten Ortschaften Nordamerikas macht. Acoma Pueblo befindet sich rund 100 Kilometer westlich von Albuquerque.

Cochití Pueblo

Cochití Pueblo zwischen Albuquerque und Santa Fe ist die Heimat von etwa 1.500 Menschen. Der Stamm ist bekannt für seine dumpf klingenden Zeremonientrommeln, die alljährlich am 15. Juli, dem Festtag zu Ehren des Heiligen Bonaventura erklingen.

Eine Attraktion des Pueblos ist das Kasha-Katuwe Tent Rocks National Monument, das der Stamm gemeinsam mit dem Bureau of Land Management verwaltet. Das Nationaldenkmal umfasst erstaunliche Gesteinsformationen, einen schönen Slot Canyon und bietet beeindruckende Panoramen der Region.

Isleta Pueblo

Isleta Pueblo wurde bereits im 13. Jahrhundert gegründet, jedoch später spanisch beeinflusst, was sich auch dem Namen des Stamms entnehmen lässt. Isleta ist spanisch und bedeutet Inselchen.

Herzstück des Pueblos ist die Mission San Agustín de la Isleta. Sie wurde 1612 von Franziskanern erbaut und gehört zu den ältesten Missionskirchen in den Vereinigten Staaten. Zwar wurde die Kirche beim Indianeraufstand von 1680 bis auf das Kirchenschiff zerstört. Sie wurde im Jahr 1716 jedoch wieder aufgebaut.

Während des Aufstands von 1680 flohen viele Pueblo-Indianer in Gebiete der Hopi in Arizona und in die Gegend des heutigen El Paso, Texas. Im Anschluss kehrten die Isleta in ihren Pueblo zurück. Heute gehören zu Isleta neben dem Hauptort die kleinen Gemeinden Oraibi und Chicale. Der Pueblo zählt etwa 3.000 Mitglieder.

Jemez Pueblo

Umgeben von leuchtend roten Tafelbergen aus Sandstein, gilt Jémez Pueblo als Tor zum Cañon de San Diego und zum Jémez Mountain Trail National Scenic Byway. Der Pueblo mit dem umgebenden Reservat befindet sich im Nordwesten von New Mexico, knapp 30 Meilen nordwestlich von Bernalillo.

Die Rund 2.000 Stammesangehörigen leben vergleichsweise abgeschieden. Der Hauptort des Pueblos Walatowa ist für Besucher nur an Festtagen zugänglich, ansonsten aber das ganze Jahr über geschlossen. Allerdings steht das Walatowa Visitor Center jederzeit Gästen offen und informiert über den Stamm, seine Kultur und die Region.

Jicarilla Apache Nation

Die Jicarilla Apache Nation befindet sich in den malerischen Bergen ganz im Norden von New Mexico an der Grenze zu Colorado. Die meisten der rund 2.700 Stammesangehörigen leben in dem Hauptort des Reservats, Dulce.

Die Jicarilla Apache Nation ist bekannt für ihre Jagd- und Fischgründe sowie Möglichkeiten zum Campen und Wandern. Neben dem Tourismus spielen die Gewinnung von Bodenschätzen und Rohstoffen wie Holz sowie die Viehzucht eine große Rolle, was der Nation einen geiwssen wirtschaftlichen Wohlstand beschert.

Jicarilla ist übrigens die spanische Übersetzung für „Kleines Körbchen“ und spielt auf die kleinen korbartigen Gefäße an, die die hiesigen Apachen traditionell zum Trinken benutzten.

Laguna Pueblo

Laguna Pueblo umfasst sechs Dörfer – Encinal, Laguna, Mesita, Paguate, Paraje und Seama – mit insgesamt rund 7.000 Einwohnern. Neben eigenen Festtagen feiern alle Gemeinden am 19. September das Fest des Heiligen Josef. Nach einer Messe in der Josefskirche wird ausgiebig getanzt, und unzählige Stände bieten einheimisches Kunsthandwerk zum Kaufen an.

Das Pueblo befindet sich beidseits der Interstate 40 zwischen Grants und Albuquerque. Die Josefskirche ist von der Autobahn aus zu sehen, und man sollte durchaus einen Abstecher in Betracht ziehen. Fotografieren sowie Audio- und Videoaufnahmen sind im Reservat ohne vorherige Genehmigung nicht erlaubt.

Mescalero Apache Tribe

Das Mescalero-Gebiet ist eines der flächengrößten Reservate in New Mexico. Es bedeckt im Süden des Staates eine Fläche etwa der doppelten Größe Berlins. Das bergige Land der Region bietet vielfältige Möglichkeiten zur Erholung, darunter Wandern, Mountainbiking oder Angeln, weswegen der Tourismus auch eine bedeutende Einnahmequelle der Einheimischen darstellt. Die Mescalero-Apachen betreiben auch ein eigens Casino. Die rund 3.000 Einwohner gehören zu drei verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die ursprünglich drei unabhängige tämme waren: die Mescalero Apachen, die Chiricahua Apachen und die Lipan Apachen.

Nambé Pueblo

Der rund 1.800 Einwohner zählende Nambé Pueblo ist mit seiner beeindruckenden Natur ein beliebtes Ziel für Besucher, die die Schönheit und Erholungsmöglichkeiten der Ausläufer der Sangre de Cristo Mountains zu schätzen wissen. Das Erholungsgebiet Nambé Falls oberhalb von Nambé lädt ein zum Schwimmen und Angeln. Ein beliebtes Wanderziel ist der zweistufige Nambé-Wasserfall.

Alljährlich am 4. Oktober ehrt der Pueblo San Francisco de Asís, der zugleich Schutzpatron der rund 30 Kilometer südlich gelegenen Stadt Santa Fe ist. Der Pueblo besteht seit dem 14. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz.

Navajo Nation

Die Navajo Nation ist mit rund 300.000 Mitgliedern der größte Indianerstamm der USA. Gut ein Drittel von ihnen lebt in New Mexico. Das Stammesgebiet erstreckt sich über 71.000 Quadratkilometer im Nordwesten New Mexicos, dem nordöstlichen Arizona und dem südöstlichen Utah. Die Fläche entspricht etwa der Größe Bayerns.

Wichtige Städte sind Crownpoint und Shiprock sowie Window Rock. Letzteres ist die Hauptstadt der Navajo Nation. Sie befindet sich direkt an der Grenze zwischen New Mexico und Arizona, etwa 40 Kilometer nordwestlich von Gallup.

Außerhalb des Hauptreservats gehören drei kleinere Gebiete – Alamo, To’hajiilee und Ramah – zur Navajo Nation.

Ohkay Owingeh Pueblo

Ohkay Owingeh geht auf eine Gründung um das Jahr 1200 zurück. Heute ist die Siedlung mit rund 1.500 Stammesangehörigen vom Volk der Tewa der Sitz eines Zusammenschlusses von acht Reservaten im Norden New Mexicos. Dieser Eight Northern Pueblos Council organisiert Veranstaltungen und vertritt die Interessen der Stämme gegenüber Dritten.

Der Feiertag des Pueblos ist der 24. Juni. Ohkay Owingeh grenzt an die Stadt Española, rund 40 Kilometer nördlich von Santa Fe.

Picuris Pueblo

Das südlich vom Taos Pueblo Pueblo gelegene Picuris war einst eines der größten zum Volk der Tiwa gehörenden Pueblos, ist heute jedoch mit nur noch 1.800 Bewohnern einer der kleinsten. Herzstück ist die Kirche San Lorenzo de Picurís. Dieses im Adobestil erbaute Gotteshaus wurde von den Stammesmitgliedern in aufwendiger Handarbeit restauriert.

Ihren Namen verdankt die Siedlung dem spanischen Eroberer Juan de Oñate, der ihr den Namen Pikuria (etwa: Die Malenden) wohl in Anspielung auf die künstlerische Tätigkeit der Bewohner verlieh.

Kulturelle Höhepunkte sind das Fest zu Ehren des San Lorenzo am 10. August sowie High Country Tri-Cultural Arts & Crafts Fair, die gewöhnlich am ersten Juniwochenende stattfindet. Bei der Messe sind Kunsterzeugnisse wie Keramik, Malerei, Perlenstickerei, Schmuck und mehr zu bestaunen.

Pojoaque Pueblo

Nur durch den Rio Grande vom Reservat des Santa Clara Pueblo getrennt, gibt es im Pojoaque Pueblo mit dem Poeh Cultural Center ein Kulturzentrum, das sich der Bewahrung einheimischer Traditionen verschrieben hat. Neben Ausstellungen veranstaltet es an Wochenenden indianische Tänze. Zudem beherbergt es ein Informationszentrum und den größten Kunstgewerbeladen im nördlichen New Mexico. Dem Stamm gehören 2.700 Mitglieder an.

Sandia Pueblo

Der Sandia-Reservat erstreckt sich in den nördlichen Außenbezirken Albuquerques von den Sandia Mountains bis zum Ufer des Rio Grande. Die ursprüngliche Siedlung stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde im Zuge des Indianer-Aufstandes von 1680 aufgegeben, bis die Bewohner Mitte des 18. Jahrhunderts wieder in ihr angestammtes Gebiet zurückkehrten. Nahe der Missionskirche, die den Pueblo heute dominiert, sind noch Ruinen der ursprünglichen Ansiedlung erhalten. Der Pueblo ist bekannt für sein Sandia Casino und sein Bien Mur Indian Market Center, eines der größten nativen Einkaufszentren im Südwesten, in dem man unter anderem Kunsthandwerk, Schuhe und Trommeln kaufen kann.

San Felipe Pueblo

Auf halbem Weg von Albuqerque nach Santa Fe erstreckt sich zwischen der Intrerstate 25 und dem Rio Grande das Reservat der Felipe-Indianer. San Felipe Pueblo steht in dem Ruf, besonders strikt an Traditionen festzuhalten. Die Stammesmitglieder sind bekannt für ihre farbenfrohen Tänze. Das wohl bedeutendste Ereignis ist der am 1. Mai gefeierte Festtag zu Ehren des Heiligen Philip, wenn die Bewohner ihren traditionellen Green Corn Dance zelebrieren. Fotografieren und andere Aufnahmen jeglicher Art sind im Pueblo nicht gestattet. Der Stamm zählt heute rund 3.000 Mitglieder.

San Ildefonso Pueblo

Mit etwa 20.000 Besuchern pro Jahr ist San Ildefonso einer der meistbesuchten Pueblos in New Mexico. Zu verdanken ist dies wohl in erster Linie seiner florierenden Kunstszene. In vielen Häusern der rund 1.500 Einwohner zählenden Siedlung entsteht Kunsthandwerk in einer besonderen Ausprägung, die als Black-on-black Pottery bekannt ist und sich mit schwarz-matten Mustern von der weithin üblichen roten Keramik deutlich abhebt. Die Häuser der Handwerker im Pueblo sind für Interessenten zum Einkaufen geöffnet. Das San Ildefonso Pueblo Museum stellt traditionelle Kunsthandwerk aus.

Historiker vermuten, dass die Vorfahren der Einheimischen zunächst in der Mesa Verde und in Bandelier siedelten, ihre Heimat jedoch aufgrund drastischer Veränderungen der Umweltbedingungen verließen.

Santa Clara Pueblo

Gelegen im landschaftlich schönen Norden New Mexicos, präsentieren sich die hier heimischen Angehörigen des Tewa-Volkes zugleich traditionsbewusst und weltoffen. Neben einem Casino wird ein national anerkannter Golfplatz, der Black Mesa Golf Course, betrieben. Zu den bedeutendsten Festen gehören der Feiertag zu Ehren des Heiligen Anton im Juni und Tänze zum Erntedank im August. Sehenswert sind die Puye Cliff Dwellings, prähistorische Felsenbehausungen, die seit 1966 unter Denkmalschutz stehen. Die archäologische Stätte wird von Santa Clara Pueblo verwaltet, das sich 16 Kilometer westlich befindet.

Besucher des Pueblos müssen sich im Büro der Verwaltung anmelden. Dort werden auch Permits zum Fotografieren erteilt.

Santo Domingo Pueblo

Dieser kleine Stamm mit rund 3.000 Mitgliedern, der rund 40 Kilometer südlich von Santa Fe beheimatet ist, gilt als extrem traditionell. Besucher sind trotzdem willkommen und können sich in einem kleinen Museum über die Lebensweise des Volks und seine Geschichte informieren. Jedes Jahr findet am Wochenende des Labor Day der Santo Domingo Arts and Crafts Market statt, bei dem Kunsthandwerker des Stammes sich und ihre Erzeugnisse präsentieren. Aber auch sonst kann man an einem der zahlreichen Straßenstände Handarbeiten erwerben.

Taos Pueblo

Einer der schönsten Pueblos ist Taos Pueblo mit seinen mehrstöckigen Adobe-Bauwerken. Diese Bauweise, die Künstler und Fotografen seit den 1920-er Jahren inspirierte, gilt als Keimzelle der heutigen, in New Mexico üblichen Architektur. Die rund 4.500 Bewohner des Pueblos gelten als sehr geschickt in der Lederverarbeitung, was die traditionellen Mokkasins und Trommeln, die hier gefertigt werden, anschaulich beweisen. Verschiedene Handwerksbetriebe verkaufen ihre traditionellen Erzeugnisse an Besucher. An diesen Häusern sind entsprechende Hinweise angebracht. Taos Pubelo ist fast ganzjährig besuchbar. Wie praktisch überall in indianischen Gebieten, gelten strikte Beschränkungen für Bild- und Tonaufnahmen.

Tesuque Pueblo

Der an den Füßen der Sangre de Cristo Mountains gelegene Tesuque Pueblo zählt mit rund 800 Bewohnern zu den kleineren indianischen Nationen. Seit etwa dem Jahr 1200 an seinem heutigen Standort angesiedelt, ist der Pueblo im National Register of Historic Places eingetragen.

Viele seiner Bewohner haben sich der bildenden Kunst verschreiben. Zu ihren Haupterzeugnissen gehören Keramik, Gemälde und Skulpturen. Aber auch Silberschmuck und traditionelle Kleidung werden hier gefertigt.

Zia Pueblo

Das Volk der Zia ist in dem gleichnamigen Pueblo zuhause, das sich unscheinbar rund 60 Kilometer nördlich von Albuquerque versteckt. Charakteristisch für diesen Stamm ist seine traditionelle unpolierte Töpferware. Die roten Gefäße sind oft mit Vogelmotiven versehen. Eine Augenweide sind die farbenprächtigen Kostüme und Zeremonien, die Besucher zu Gesicht bekommen, wenn die rund 700 Einheimischen im August ihren Festtag zu Ehren der Jungfrau der Himmelfahrt feiern.

Obgleich der Pueblo unscheinbar ist, ist er mit allen Menschen in New Mexiko und darüber hinaus besonders verbunden. Das Sonnensymbol der Zia ist eines der offiziellen Zeichen des Bundesstaats. Es erscheint auf der Staatsflagge und wird auch von der Ehrenbezeugung des Staates in Bezug genommen: „I salute the flag of New Mexico, the Zia symbol of perfect friendship among united cultures.“ („Ich ehre die Flagge New Mexicos, das Symbol der Zia für enge Freundschaft zwischen vereinten Kulturen.“)

Zuni Pueblo

Mit schätzungsweise mehr als 10.000 Einwohnern gehört Zuni zu den bevölkerungsreichsten Pueblos in New Mexico. Archäologischen Funden zufolge siedelt dieser Stamm seit etwa 1.300 Jahren an seinem heutigen Standort.

Spanische Entdecker trafen erstmals im Jahr 1540 bei einer Expedition zum Aufspüren von Gold auf die Zuni. Stattdessen trafen sie auf ein reiches Vorkommen von Türkis und Silber.

Auf diesen kostbaren Schätzen basiert die traditionelle Handwerkskunst, für die die Zuni berühmt sind. Aufwendig gearbeiteter Schmuck mit Mosaikeinlagen, religiöse Schnitzereienund andere Handarbeiten sind weit über die Grenzen New Mexicos hinaus bekannt und in Läden im ganzen Südwesten erhältlich. Selbstverständlich auch hier direkt im Pueblo, wo sich zehn Geschäfte auf das einheinische Kunsthandwerk spezialisiert haben.

Eine der Attraktionen von Zuni Pueblo ist seine Missionskirche, die der Jungfrau von Guadalupe geweiht ist. Das 1629 erbaute Gotteshaus kann zu bestimmten Zeiten besichtigt werden.

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